Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Langenfeld/Monheim

Zusammenfassung des Gesprächs mit Markus Gronauer, Fraktionschef der CDU Monheim

In Monheim hat sich der politische Wind gedreht. Unsere Ortsgruppe sucht deshalb das Gespräch mit den neuen Verantwortlichen. Nach Lorenz Dombrowski von der SPD ging es mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Markus Gronauer weiter...

Radschnellweg in Monheim
Radschnellweg in Monheim © Horst Viebahn

Nach dem Politikwechsel in der Gänselieselstadt sucht der ADFC das Gespräch mit den Verantwortlichen. Ziel ist es, Radverkehrsinteressen sichtbar zu machen, Probleme anzusprechen und frühzeitig in die Planung eingebunden zu werden. Die „Alleinherrschaft“ der Peto in Monheim ist Geschichte. Die Politik in Monheim wird derzeit mehrheitlich durch CDU, SPD, Grüne und FDP getragen, eine Koalition wie in Bund und Land gibt es auf kommunaler Ebene nicht. Mit dem stellvertretenden Bürgermeister der SPD-Fraktion, Lorenz Dombrowski fand deshalb schon vor kurzem ein Austausch statt. Und jetzt wurden Hans Allmendinger, der die Verkehrspolitik in Monheim bearbeitet und der für die Mitgliederbetreuung zuständige Toni Krista von unserer Ortsgruppe in die Fraktionssitzung der CDU unter Leitung des Vorsitzenden Markus Gronauer eingeladen. Zur Sprache kamen dabei die folgenden Themen:

1. Die Rheinuferpromenade

Hier war ursprünglich nach einer Bürgerbeteiligung ein getrennter Fuß- und Radweg vorgesehen. Tatsächlich umgesetzt wurde jedoch eine gemeinsame Führung von Fußgängern und Radfahrern, besonders auf der touristisch stark genutzten Rheinseite. Der ADFC kritisiert deshalb die bereits jetzt sichtbaren Konflikte zwischen dem Fuß- und dem Radverkehr, dass die Planung dem Bürgerwillen widerspricht und die Belange der Radfahrer so nicht ausreichend berücksichtigt werden. Der CDU-Vorsitzende Gronauer erkennt wie seine Parteikollegen, dass die Lösung nicht optimal ist. Die Entscheidung ist aber nun mal „Schnee von gestern“. Zukünftig aber sollten diese Themen sensibler behandelt werden. Die getrennte Führung wurde zwar umgesetzt, jedoch soll sie nicht verpflichtend sein, es soll dennoch eine gemeinsame Nutzung auf der Rheinseite erlaubt bleiben. Letzteres sieht die CDU kritisch und wird nach einer Erprobungsphase eine Überprüfung fordern.

2. Der Radschnellweg (RSW) 

Der dritte Bauabschnitt auf der Bamberger Chaussee stockt. Dem Fahrradclub ist nicht klar, warum die Prüfung so lange dauert. Der Wunsch ist, weil der Radschnellweg ein sehr wichtiges Projekt ist, eine zügige Fertigstellung. Die Antwort der CDU dazu: Der Ausbau besitzt weiter eine hohe Priorität. Die Verzögerungen hängen mit neuen Wohnbauflächen, politischen Neubewertungen und noch laufenden Prüfungen zusammen. Zwei Alternativplanungen wurden der Verwaltung zur Prüfung gegeben. Gronauer erwartet keine lange Verzögerung Er kann aber, Stand heute, noch keinen genauen Zeitplan benennen.

3. Verkehrsführung und Großbaustellen

Die Kreuzung Geschwister-Scholl-Straße und Garather Weg ist ein Unfallschwerpunkt und wird deshalb aufwändig umgebaut. Das bedingt dann eine Totalsperrung der Strecke. Da zur Zeit auch die A59 saniert wird und der Neubau der Eisenbahnüberführungen auf der Opladener und der Berghausener Straße bevorstehen, ist es geboten, die Maßnahmen zeitlich zu koordinieren damit nicht alles zusammenbricht. Der Umbau der Kreuzung Geschwister-Scholl-Straße und Garather Weg wird in den Sommerferien starten und soll 7 Wochen dauern. Dafür wird eine Komplettsperrung des Garather Wegs erfolgen.

4. Ampelschaltungen und Vorranglogik

Der ADFC kritisiert, dass viele Ampeln zugunsten des Verkehrs von und zur noch nicht fertig gestellten Kulturraffinerie programmiert sind. Die Radfahrer deshalb übermäßig lange auf freie Fahrt warten müssen. Die Erklärung von Herrn Gronauer dazu: der Vorrang bezieht sich dabei nicht auf die Ampelschaltung sondern auf die „Entfluchtungswege“ der Stadthalle, die für die Genehmigung unerlässlich sind. Die Schaltungen sollen dennoch optimiert werden. Vor allem die Schaltung der Ampel am K714-Parkhaus ist nicht optimal.

5. Geschwister-Scholl-Straße

Nach Ansicht des ADFC reduziert die Schleuse den Verkehr und ist daher auch sinnvoll. Die Union argumentiert, dass die Schleuse aktuell zwar noch nötig sei, weil Baumberg-Ost schlecht angebunden sei und die Verkehrsführung auf der Berghausener Straße gar nicht funktioniert. Wenn aber die Maßnahmen auf der A59 abgeschlossen sind, die Europaallee durchgängig fertiggestellt ist und das Verkehrskonzept insgesamt funktioniert, soll die Schleuse entfernt werden.

6. Beteiligung des ADFC im Verkehrsausschuss

Um künftig Entscheidungen wie auf der Rheinuferpromenade vermeiden zu können, äußert Herr Allmendinger den Wunsch, der ADFC möge einen Platz als beratendes Mitglied im Verkehrsausschuss bekommen. Herr Gronauer hat da grundsätzlich keine Einwände, gibt aber zu bedenken, dass diese Ausschüsse normalerweise nur aus Ratsmitgliedern und sachkundigen Bürgern der Fraktionen bestehen. Außerdem fürchtet er dann „Begehrlichkeiten“ anderer Verbände wie z.B. vom NABU. Man verbleibt so, dass die Union das Thema intern diskutieren wird. Aber für heute noch keine Zusagen machen kann.

7. Quintessenz des Gesprächs

Die CDU zeigt sich offen für weitere Gespräche und Bürgerbeteiligungen. Der ADFC bietet dafür Zusammenarbeit an. Herr Gronauer zeigt Verständnis für die Belange des Fahrradclubs, weist aber auf komplexe Baustellen, rechtliche Rahmenbedingungen und politische Abwägungen hin. Beide Seiten signalisieren Gesprächsbereitschaft und wollen in Zukunft gemeinsam dafür sorgen, dass der Radverkehr in Monheim seine ihm zustehende Berücksichtigung findet.

Horst Viebahn
Pressewart
ADFC Langenfeld/Monheim


https://langenfeld.adfc.de/neuigkeit/zusammenfassung-des-gespraechs-mit-markus-gronauer-fraktionschef-der-cdu-monheim

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