Interview mit den Grünen
Nach dem Politikwechsel in Monheim sucht der ADFC das Gespräch mit den neuen Verantwortlichen. Nach Lorenz Dombrowski von der SPD und Markus Gronauer von der CDU standen jetzt Vertreter der Grünen Rede und Antwort.

ADFC im Dialog mit den Grünen: Verkehrspolitik, Rheinpromenade und Schulwegsicherheit im Fokus
In einem ausführlichen Austausch zwischen Vertreter*innen des ADFC und der Monheimer Grünen wurden zentrale verkehrspolitische Themen diskutiert, die aktuell die Stadt bewegen. Die Gesprächsatmosphäre war konstruktiv, offen und geprägt vom gemeinsamen Ziel, Monheim sicherer und lebenswerter für Radfahrende und Fußgänger zu gestalten.
Rheinpromenade: Konflikte vorprogrammiert
Besonders kritisch wurde die Situation an der neuen Rheinpromenade bewertet. Der ADFC schilderte deutlich, dass die aktuell geplante und teilweise realisierte Verkehrsführung zu gefährlichen Situationen führt. „Es ist jetzt schon zu sehen, dass mit der jetzigen Regelung Fußgänger und Radfahrer kollidieren werden.“
Auch die Grünen zeigten sich enttäuscht, dass die ursprünglich geplante Trennung von Fuß- und Radverkehr im finalen Beschluss nicht umgesetzt wurde. Beide Seiten sehen dringenden Handlungsbedarf.
Ein neuer Vorschlag des ADFC fand dabei besondere Aufmerksamkeit:
Die Umwandlung der Straße entlang der Promenade in eine Fahrradstraße (mit Auto frei).
Dieser Ansatz wurde von den Grünen als „neuer Gedanke“ begrüßt, der im politischen Raum weiter geprüft werden soll.
Kreisverkehre, Ampeln und der Radschnellweg
Ein weiterer Schwerpunkt war die zukünftige Verkehrsführung rund um die K714 und die geplanten Umbauten an Kreisverkehren. Der ADFC kritisierte, dass Radverkehrsströme in den bisherigen Planungen unzureichend berücksichtigt werden, sondern wieder einmal dem Kfz-Verkehr untergeordnet werden. Besonders im Fokus des ADFC ist die Querung des Radschnellweges an der Berghausener Straße
Die Grünen signalisierten Bereitschaft, die Planungen erneut zu prüfen und stärker auf Radverkehrssicherheit auszurichten.
Schulwegsicherheit: Sorgen an der Schwalbenstraße
Ein drittes großes Thema war die Sicherheit der Schulwege, insbesondere zur Gesamtschule. Eltern hätten geäußert, sie würden ihre Kinder „nie mit dem Fahrrad schicken“, weil die Wege zu gefährlich seien.
Die Grünen bestätigten die Problemlage und kündigten an, die Schwalbenstraße sowie alternative Routen wie die Brombeerhecke in Gesprächen mit der Verwaltung erneut zu thematisieren.
Wunsch nach institutionalisierter Zusammenarbeit
Der ADFC brachte zudem den Vorschlag ein, künftig mit einem Sitz ohne Stimmrecht im Verkehrsausschuss vertreten zu sein. Die Grünen zeigten sich offen, betonten aber, dass rechtliche Fragen geprüft werden müssten. Gleichzeitig wurde der Wunsch nach einem regelmäßigen Austausch bekräftigt.

Quintessenz
Der Dialog zwischen ADFC und Grünen zeigt deutlich: Monheim steht vor wichtigen verkehrspolitischen Entscheidungen.
Beide Seiten teilen die Einschätzung, dass die aktuelle Situation an der Rheinpromenade untragbar ist, dass Radverkehr in Planungen stärker berücksichtigt werden muss und dass sichere Schulwege höchste Priorität haben.
Die Grünen signalisierten Bereitschaft, neue Vorschläge wie die Fahrradstraße ernsthaft zu prüfen und den ADFC künftig stärker einzubinden.
Damit wurde ein wichtiger Grundstein für eine engere, fachlich fundierte Zusammenarbeit gelegt — mit dem gemeinsamen Ziel, Monheim sicherer, moderner und fahrradfreundlicher zu gestalten.
Die Grünen wurden vertreten von: Erhard Weber, Rolf Huwer, Jens Mallwitz und Alexandra von der Heiden
Vom ADFC nahmen Teil: Hans Allmendinger, Klaus Hein und Bernd Wittler
Horst Viebahn
Pressewart
ADFC Langenfeld/Monheim