Langenfeld: neue Linienführung für Radschnellweg nach Neuss

 

Wie verbindet man attraktiv verschiedene Städte für den Radverkehr und fördert optimal den Umstieg auf das Fahrrad – auch für die Fahrt in die nahegelegene Metropole? Mit Radschnellwegen!

 

Das Land NRW hat bereits 2013 erkannt, dass das Land zur Stärkung des Radverkehrs Radschnellwege benötigt, die Radfahrer auf schnellstem Wege sicher in benachbarte Stadtzentren bringen. In einem Planungswettbewerb wurde daraufhin der Radschnellweg von Neuss über Düsseldorf nach Langenfeld bzw. Monheim als Siegerprojekt gekürt und das sehr hohe Radfahrer-Potenzial auf dieser Strecke in einer Machbarkeitsstudie bestätigt.

Gleichzeitig hat das Land NRW auch Mindestanforderungen für Radschnellwege definiert: Radschnellwege sollen eine direkte, umwegfreie Verbindung der Stadtzentren schaffen und möglichst geringe Zeitverluste an Ampeln aufweisen. Dazu soll der Radschnellweg sowohl von Kraftfahrzeugen als auch Fußgängern getrennt geführt werden und so breit gestaltet werden, dass Überholen und Nebeneinanderfahren bei Geschwindigkeiten von 30 km/h sicher möglich ist. Wie das in etwa aussieht, kann man sich in Monheim ansehen, wo die ersten Abschnitte des Radschnellwegs fertiggestellt sind (vgl. Foto).

Durch den Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Langenfeld wurde in der Sitzung am 18. November nun die Linienführung für den Teilabschnitt auf Langenfelder Stadtgebiet festgelegt und die Verwaltung beauftragt, mit dem Land NRW diese Linienführung abzustimmen. Als bevorzugte Linie galt lange eine Streckenführung von Hellerhof durch offenes Feld über die Pappelallee, die jedoch durch den Bau- und Verkehrsausschuss Mitte 2020 verworfen wurde. Seitdem wurde eine Vielzahl von Linienvarianten diskutiert, die meist an der Berghausener Straße enden. Kritikpunkte an den verschiedenen Varianten waren u.a. die unattraktive Fortführungsmöglichkeit in das Stadtzentrum, der Eingriff in den Baumbestand des Landschaftsparks Fuhrkamp oder befürchtete Einschränkungen für die Landwirtschaft.

Letztlich hat die Verwaltung eine Führung des Radschnellwegs entlang der Düsseldorfer Straße (L219) als beste Lösung identifiziert. Vorteil dieser Lösung ist, dass mögliche Konflikte mit landwirtschaftlichen Verkehren vermieden werden. Nachteil ist, dass Ampeln auf dieser Strecke ausbremsen und die Strecke entlang der vielbefahrenen Landesstraße auch im Übrigen unattraktiv ist. Darüber hinaus hat die Stadtverwaltung bereits gewarnt, dass es in dieser Variante nicht möglich sein wird, die Mindestanforderungen eines Radschnellweges zu erfüllen. Auch seien wahrscheinlich verkehrssicherheitstechnisch kritische Zweirichtungsradwege erforderlich.

Mit dem Ratsbeschluss kann die Verwaltung nun die neue Linienführung mit Straßen.NRW abstimmen. Für den ADFC Langenfeld/ Monheim bleiben jedoch wichtige Fragen offen:

  • Wieviel Radschnellweg wird Langenfeld erhalten, der die Mindeststandards erfüllt?
  • Welches Gewicht hatten die Bedürfnisse der Radfahrer bei der Planung des Radschnellwegs?
  • Kann diese Linienführung dazu beitragen, den Radverkehrsanteil auf über 25% zu bringen, wie es im Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz NRW vom 4.11.2021 sowie im Mobilitätskonzept der Stadt Langenfeld beschlossen ist?
  • Wie soll eine attraktive Weiterführung des Radschnellwegs in das Langenfelder Stadtzentrum und eventuell weiter Richtung Köln aussehen?

Der ADFC Langenfeld/ Monheim wird die weiteren Entwicklungen mit starkem Interesse verfolgen.

Kontakt: matthias.geuss [at] adfc-langenfeld.de

 


https://langenfeld.adfc.de/neuigkeit/langenfeld-neue-linienfuehrung-fuer-radschnellweg-nach-neuss

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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